Die Last der Performance

Sebastian Hartmann verstößt sein Ensemble aus der Unschuld des Kollektivs

Hamlet ersticht den guten Polonius durch die Tapete: Eine markante Aktion, für die er seine Gründe hat. Gute Gründe, die sich Schauspieler und Regie auf den Proben erarbeitet haben sollten. Nichts anderes war Theater über viele Jahrhunderte. Eine andauernde Abfolge von motivierender Situation und sekundärer Aktion. Wenn Regisseur und Spieler es zulassen, entsteht aus diesem Karussell des Reagierens nach und nach das, was gern Handlung genannt wird. Mit jeder absolvierten Situation steigt das Vorwissen des Publikums: Was noch kommt, wird verständlich vor dem Hintergrund dessen, was schon war. Theater als Exerzitien am Körper der klassischen Semiotik.

Dieses Verstehen setzt eine stillschweigende Übereinkunft voraus. Eine Übereinkunft zwischen Bühne und Parkett über das, was als angemessene oder doch zumindest verstehbare Reaktion der Schauspieler auf eine Bühnensituation gilt. Das Ergebnis solcher Übereinkunft ist ein kumulativer Realismus. Weiterlesen

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Der Tod der Nacht

Die Schattenseite des künstlichen Lichts

Der Tod der Nacht

Der Tod der Nacht
Feature von Sabine Frank. Mit Rosemarie Fendel. Regie: Stefan Kanis. MDR 2010 (29’30 / Ursendung: 31.07.2010)

Durch unseren exzessiven Gebrauch des elektrischen Lichtes sehen wir bereits heute in Nordeuropa nur noch etwa 10 % Prozent der tatsächlich am Himmel leuchtenden Sterne. Nun könnte man meinen, diese so genannte Lichtverschmutzung stellt allenfalls für Romantiker eine unbefriedigende Situation dar, doch das verkennt die Reichweite des Problems. Der Mensch, zum Beispiel, benötigt für einen erholsamen Schlaf das Hormon Melatonin, das wiederum wird aber nur bei ausreichender Dunkelheit produziert. Auch die lichtempfindliche Tier- und Pflanzenwelt gerät völlig aus dem Takt: Insekten, die Grundlage der Nahrungskette, verenden zu Millionen in den Leuchtkörpern, Zugvögel sind in ihrer Navigation beeinträchtigt, Pflanzen verlieren ihren Photosynthese-Rhythmus. Und nicht zuletzt behindert der „Tod der Nacht“ die Arbeit der Astronomen, die physikalische Grundlagenforschung betreiben und darüber hinaus unser Wissen vom Kosmos, unser Selbstverständnis als Mensch im Universum befördern. (O-Ton) Günther Wuchterl (Astrophysiker) / (O-Ton) Dr. Franz Hölker (Projektleiter vom Forschungsverbund „Verlust der Nacht“ / (O-Ton) Prof. Dr. Dieter Kunz (Leiter der Arbeitsgruppe Chronobiologie an der Berliner Charité) / (O-Ton) Peter Heidrich (von den Leipziger Grünen).

www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/7523387.html

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Welttheater auf dem Hinterhof

„Wie es euch gefällt“ – Ein Shakespeareworkshop auf der Sommerbühne des Westwerks.

Ein gutes Programmheft ist schon mal die halbe Miete. Da gibt es für das „Theater Eumeniden“ auch gleich Bonuspunkte. Szenenfolge, Kostümzeichnungen und Schlagwortübersetzung aus dem Englischen. Was leider fehlt, ist eine der berühmten Fragen an Reich-Ranicki: „Kann ich mich noch unter Menschen trauen, wenn ich die Shakespeare-Komödien nicht auseinanderhalten kann?“ Berechtigt ist die Frage allemal. Schließlich ist es nicht leicht, sich zu merken, dass die verstoßene Prinzessin in „Wie es euch gefällt“, diese Rosalinde, sich von Oberon in einen Schäfer verzaubern lässt, um endlich die Liebe ihrer vertauschten Zwillingsschwester Viola im Wald von Athen zu erringen. Oder war das doch anders? Weiterlesen

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Poesie für Realisten

Der Sommerspielplan des Westwerks punktet mit Mascha-Kaléko-Abend

Die Karl-Heine-Straße, gegen halb zehn abends. Vorm „Noch besser Leben“ sitzt die Jugend auf der Straße. Ein älterer Knabe spricht übers Bier hinweg einer spröden Schönheit ins Gesicht. Er finde Goethe trocken. Seine Miene ist bedeutungsvoll – die Schöne nickt. Sie mag den Knaben wirklich gern, also stimmt sie ihm zu, obwohl sie „Wanderers Nachtlied“ für gelungen hält. Denn auch der beste Sommer zählt nur ein paar wirklich gute Augenblicke – und die gilt es zu nutzen. Und nun kommt der Kaléko-Moment: Die Schöne kann sich nicht entscheiden, ob sie sich für diese reflexive Präzision tadeln oder loben soll.

Natürlich haben die beiden nicht über Goethe gesprochen. Aber drei Blocks entfernt und zehn Minuten vorher hatte sich Friederike Ziegler gerade ihren Beifall abgeholt. Unter anderem für ein Großstadtszene, in der eine junge Frau ihrem eventuell Zukünftigen sein Goethe-Geschwafel durchgehen lässt. Und danach sieht man die Stadt durch die Kaléko-Brille. Weiterlesen

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Leistung aus Leidenschaft

Da hat die Deutsche Bank einen echten Kracher gelandet. Der Zoni als Wappentier einer Festtagsbroschüre.  Da zeigt die Bank, aus wessen Leidenschaft sie Leistung schlägt: Es gibt immer wen, der rein will.
(Siebter von links:  Ich)

20 Jahre Deutsche Bank in den neuen Bundesländern

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Ernst Bloch in Leipzig oder Der verhinderte grosse Augenblick

Ein Spaziergang mit Jan Robert Bloch.

Feature von Petra Stuber und Jochen K. Schütze. Es sprechen: Die Autoren. Regie: Stafen Kanis. MDR 2010 (24’13 / Ursendung: 04.07.2011)

Der Philosoph Ernst Bloch kehrte 1949 aus dem amerikanischen Exil nach Deutschland zurück, weil er den Ruf auf eine Professur für Philosophie an die Universität Leipzig bekam.Mit ihm in den Osten Deutschlands zogen seine Frau Karola und sein Sohn Jan Robert, der damals 12 Jahre alt war. Anders als für seine Eltern, war es für den Sohn keine Rückkehr. In Leipzig begann für ihn ein neues und fremdes Leben, das ihn zu einem scharfen und einsamen Beobachter machte. Mit Jan Robert Bloch und seinen Erinnerungen waren Petra Stuber und Jochen K. Schütze zwei Tage in Leipzig unterwegs und immer wieder tauchte die Frage auf, warum es damals nicht gelang, die Utopie einer besseren Gesellschaft zu verwirklichen.
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Biedermeier an der Elbe

Werben: Die kleinste Hansestadt der Welt.

Biedermeier an der Elbe

Biedermeier an der Elbe
Feature von Gerhard Pötzsch. Mit Klaus Manchen und Arianne Borbach. Regie: Stefan Kanis. MDR 2010 (29’29 / Ursendung: 19.06.2010)

Werben ist nicht nur die kleinste offizielle Hansestadt, sie ist auch die kleinste Stadt Sachsen-Anhalts. Etwa 800 Einwohner leben in der romantisch gelegenen Stadt an der Elbe. Zweimal im Jahr jedoch kommen Besucher aus allen Teilen des Landes nach Werben: Zum Biedermeierfest im Sommer und zur Biedermeierweihnacht. Dann streifen die Einwohner ihre Kostüme über und die gesamte Stadt fällt zurück in die Zeit, in der häusliches Glück und die Tugenden Fleiß, Ehrlichkeit und Treue zu den Lebensgrundsätzen gehörten. Die Treue zu ihrer Stadt beweisen die Werbener immer wieder aufs Neue und setzen sich für die Erhaltung der alten Fachwerkhäuser im mittelalterlichen Stadtkern ein. Sie haben dabei prominente Unterstützung bekommen, denn Friedrich Schorlemmer, einst in Werben aufgewachsen, ist zurückgekehrt. Er hat sich ein Haus gekauft für Urlaube und für den Ruhestand. „Was Werben immer noch hat, ist diese unaufgeregt schöne Landschaft“, sagt er.

http://www.mdr.de/mdr-figaro/hoerspiel/index.html

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Die Wahrheit ist chaotisch

Thomas Pynchons Roman „Die Versteigerung von No. 49“ kommt im Lofft auf die Bühne

Wenn mal wieder wer den „Zauberberg“ aufs Theater bringt, muss man über die Vorlage kein Wort verlieren. Aber wer bitte ist Thomas Pynchon? Ältere Semester schütteln über solche Leerstellen natürlich den Kopf. Als Diplomarbeiten noch auf mechanischen Schreibmaschinen getippt wurden, war Pynchon ein Gott. Ein paar Damen und Herren aus diesen Jahrgängen mischten sich dann auch unters Premierenpublikum im Lofft: Noch einmal dem morbiden Reiz einer alten Liebe frönen und schauen wie sie sich gehalten hat. Weiterlesen

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Der ganze Körper

Die Tanzoffensive beendet eine hochanregende Theaterwoche

Das klassische Ballet hat es nicht leicht. Sein Vokabular stammt aus dem späten 19. Jahrhundert; gut möglich, dass die Nutzung seiner Sprache, wie etwa beim Esperanto, mangels Interesse erlischt und sie den Weg in die Museen antritt. Außerdem ist der Schönheitsbegriff ein Luder, er geht mit der Zeit. Etwas Erhabenes kann hundert Jahre später, einfach reproduziert, sehr leicht komisch wirken. Umso mehr, wenn es ihm an Selbstreflexion mangelt. Weiterlesen

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Viele Zeichen, wenig Wunder

Die „Tanzoffensive“ im Lofft müht sich mit drei Auftragsproduktionen

Handelte es sich bei „Willkommen zu Hause“ um einen kulinarischen und keinen Theaterabend, wäre die Malaise mit einem Vergleich gut beschrieben: Zerlegt man eine Pizza in drei Teile, bleibt es immer noch eine Pizza. Aber was sind drei Sorten Shrimps auf einem Teller? Wohl kein Gericht, sondern eher eine Verkostung.

Nichts anderes hat das Lofft mit seinem Überraschungspaket vor. Ein Menü, bei dem der Zufall den Chefkoch abgibt. Das hat funktioniert. Dabei ist allerdings nichts über die Zutaten gesagt – um die Küchenvergleiche vorerst zu beenden. Weiterlesen

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Das Herz tanzt

Die Auftaktinszenierungen der „Tanzoffensive“ lassen an Charakter nichts zu wünschen übrig

Im gefalteten Programmzettel des Eröffnungsabends liegt ein Mundschutz. Weiß und unschuldig. Niemand im Publikum wird ihn benutzen, und so findet er sich am Morgen danach, clean, auf den Küchentischen und in den Jackentaschen der Besucher. Noch einmal davongekommen. Eine perfide Versöhnungsgeste der Tänzer, die die Nachwirkung der Show auf die nächsten Tage verlängert.

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Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

Von Volker Braun

Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer. Von Volker Braun. Gelesen von Dieter Mann. Textfassung und Regie: Stefan Kanis. MDR 2010 (ca. 140 Minuten / Erstsendung ab 03.05.2010)

In einer Gegend, die es hinter sich hat, ist Meister Flick unter die Arbeitslosen geraten. War er einst bei Havarien im Tagebau der Niederlausitz gefragt, wird er jetzt, mit 60, auf dem Amt vorstellig. Bereitwillig übernimmt er jeden Auftrag: Abfallbeseitigung in den Gruben, Museumswärter und sonstige 1-Euro-Jobs. Wird er nicht vermittelt, beschäftigt er sich selbst und nimmt einem Bautrupp die Schaufeln ab, setzt bestreikte Werkhallen in Gang oder hilft einer Frau beim Sterben. Wurde Flick früher zu Unfällen gerufen, führt er selbst jetzt die Katastrophen herbei. Trotz bester Absicht füllt sich sein Schichtbuch mit seltsamen Einsätzen: Die Arbeitswelt, in der er seinen Platz sucht, gibt es nicht mehr. Begleitet wird er von Luten, seinem Enkel und Gegenpart, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat.Flick von Lauchhammer rennt in 48 Schwänken gegen die globalen Windräder an: ein komisch-philosophisches Schelmenstück in der Welt der „Arbeit nach der Arbeit“, eine moderne Donquichotterie. Weiterlesen
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Shot: Leipzig, April 1945

Über die Bildreportagen von Margaret Bourke-White, Robert Capa und Lee Miller.

Shot: Leipzig, April 1945

Feature von Jan Wenzel. Mit Liv-Juliane Barine, Ilka Teichmüller, Albrecht Hirche und Henrik Wöhler. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Katrin Wenzel.
MDR 2010 (24’19 / Ursendung: 25.04.2010)

Margaret Bourke-White, Robert Capa und Lee Miller zählen zu den bedeutendsten Fotoreportern des zweiten Weltkriegs. In der zweiten Aprilhälfte 1945 kamen alle drei mit den vorrückenden amerikanischen Truppen auch nach Leipzig. Einige der Momentaufnahmen von der Befreiung der Messestadt sind zu Ikonen der Kriegsfotografie geworden. Schon 1945 bestimmten sie das Bild vom Sieg über den Faschismus in der amerikanischen Presse. So erschienen in der Victory-Ausgabe des Newsmagazines LIFE zwei Reportagen mit Bildern aus Leipzig: Margaret Bourke-White hielt die gespenstische Atmosphäre im Rathaus fest, wo der Stadtkämmerer sich und seine Familie selbst umgebracht hatte. Robert Capa dokumentierte in einer bewegenden Serie das Sterben eines jungen US-Korporals, der von deutschen Heckenschützen erschossen wurde – er war der letzte tote Soldat, den Capa im zweite Weltkrieg fotografieren sollte.

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Rabatz im Puppenheim

TheaterPack bringt im LOFFT Christian von Asters „Großmickering“ zur Uraufführung

GroßmickeringDer Titel ist Programm. „Großmickering“. Ein Kaff, ein Nichts, ein Ich-kenne-hier-alle-Ort. Die sympathischste Figur in solchen Landstrichen ist immer noch der Dorftrottel. Den Rest kann man getrost vergessen: Ein Schneider mit Quetschfrisur, ein sangesfreudiger Pfarrer, der Ortsfleischer mit dem einzigen Fernseher und ein extremnuschelnder Bauer: aus diesem Kasten zieht Christian von Aster sein Personal.Nur ein TV-Gerät im Ort? Das heißt, wir befinden uns in den 50er Jahren. Oder aber: Es herrscht Parabelstimmung. Was sich bald als die avisierte Zündschnur zum Publikum erweisen wird. Großmickering erinnert von Ferne, ganz von Ferne, an ein noch mal verkleinertes Dürrenmattsches Güllen. Was Großmickering aber fehlt, ist der Besuch der alten Dame, der Wille zur Bosheit, die ihren Namen nicht scheut. Der Autor liebt dagegen das Ungefähre. Weiterlesen

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Vergesst die Konkurrenz

Das Hildesheimer »Theater 11.August« gastiert im Lofft mit „Abstracts of Men“.

Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann. Wirkliche Tiefe verweist immer nur auf sich selbst. Auch ein großer Theaterabend kann seinen Gegenstand vergessen. Kann ihn vergessen machen, weil er nicht über etwas handelt, sondern durch ihn hindurch spielt. Schöne Theorie für die Produktion »Abstracts of Men«, die auch im Centraltheater gern reklamiert wird – aber: Es verschwindet der Gegenstand nur, in dem man ihn verarbeitet. Und das möglichst intelligent.

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Redback: Der leise Tod

„Tiere als Täter“ – Teil 6

Redback: Der leise Tod

Redback: Der leise Tod. Hörspiel von Alexander Brabandt. Mit Andreas Fröhlich, Peter W. Bachmann, Holger Stockhaus, Birgit Unterweger, Martin Seifert, Martin Brauer und Axel Thielmann. Regie: Stefan Kanis. MDR JUMP 2010. (52’52)

 

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Urlaubsgrüße aus Down Under: Tod im Park

„Tiere als Täter“ – Teil 5

Urlaubsgrüße aus Down Under: Tod im Park

Urlaubsgrüße aus Down Under: Tod im Park. Hörspiel von Thomas C. Nevius. Mit Andreas Fröhlich, Hilmar Eichhorn, Vincent Göhre, Christine Hoppe, Artemis Chalkidou und Peter Wilczynski. Regie: Stefan Kanis. Schnitt: Christian Grund. Ton: Dietmar Hagen. MDR JUMP 2010. (44’36)

Wolfgang Siebel, 64, ist Hauptkommissar bei der Polizei. Die Zeit, in der er die großen Fälle gelöst hat und aus der sein Spitzname „der Wolf“ stammt, ist längst vorbei. Heute ist er müde und will sich selbst und anderen nichts mehr beweisen. Der Ruhestand nähert sich in großen Schritten. Zu Zeiten, als man ihn noch bewundernd „den Wolf“ nannte, wäre auch niemand auf die Idee gekommen, eine Enddreißigerin mit einer Führungsposition bei der Kripo zu beauftragen. Aber auch das würde Siebel ertragen, wenn diese leuchtende Sternschnuppe der Polizeidirektion Halle nicht ihren missratenen Sohn bei Siebel abladen würde. Zu einem Schülerpraktikum! Bei ihm! Weiterlesen

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In fremden Kleidern

Die Connewitzer Cammerspiele installieren Remake eines Ferreri-Klassikers in der naTo

Wie viele Filme gibt es, in den Marcello Mastroianni, Michel Picolli, und Philippe Noiret gemeinsam vor der Kamera standen? Wahrscheinlich genau einen. „Das große Fressen“ von 1973. Eine obskurer Abgesang auf die hohe Zeit ‚spätrömischen Dekadenz’, um mit Guido Westerwelle zu sprechen. Eine Theater-Adaption des Klassikers brachten nun die Cammerspiele auf die Bühne der naTo. Weiterlesen

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Zwischenraum des Möglichen

Drama Köln installieren für das Festival „Deutsche Geschichten“ einen verfrorenen Theaterspaziergang

Im Winter sehen viele Orte aus wie der tiefste Osten. Wenn der Stadtschnee zu krudem Eis gefriert und sich alle Stufen von Schmutzgrau über die Bürgersteige ziehen. Möglich, dass die verharschten Schneehaufen in der DDR noch ein bisschen dreckiger waren, doch die Dunkelheit tut ein Übriges. Die Performer von Drama Köln hätten sich kühleres Wetter, kränklichere Verhältnisse nicht wünschen können. Sie schicken an diesem Freitagabend ein Häuflein Aufrechter, ihr Publikum, hinaus in die Zone, raus aus der Schaubühne in den Leipziger Westen, der für die theatrale Rückeroberung der Geschichte noch einmal ohne viel Mühe den Osten macht. Weiterlesen

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Demokratie 2.0

Wie die Internetgeneration Politik macht.

Demokratie 2.0

Demokratie 2.0
Feature von Karsten Kretzer. Mit Anna Blomeier und Musik von Bernadette La Hengst. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Tobias Barth. MDR 2010 (29’33 / Ursendung: 06.02.2010)

„Was darf das Internet?“ lautet die große Frage. Glaubt man Webenthusiasten, dann steht momentan nichts Geringeres als ein verbrieftes Bürgerrecht auf dem Spiel: Das Recht auf Informationsfreiheit. Auf Seiten des Staates weckt das Internet Begehrlichkeiten. Im Rahmen der sogenannten Vorratsdatenspeicherung sollen Verbindungsdaten von Millionen Deutschen „vorsichtshalber“ gespeichert werden. Die Polizei will sogar mit eigenen Computerviren die Festplatten von Bürgern ausspähen. Andererseits hat der Versuch der letzten Bundesregierung, bestimmte Webinhalte gänzlich zu sperren, Datenschützer und Internetnutzer Sturm laufen lassen. Ihr Vorwurf: Der Staat will eine Infrastruktur errichten, die den Staatsorganen das Netz und seine Nutzer offen legt – ganz nach Belieben und ohne richterlichen Vorbehalt 145.000 Menschen unterzeichneten eine Bundestagspetition gegen dieses Gesetz. Dieser Erfolg gilt gemeinhin als Zünder für die Politisierung einer jungen, webaffinen Generation. Die unter Dreißigjährigen sind es, die heute politische Entscheider unter Druck setzen – in Weblogs, Twittertweeds oder Internetforen. Ausgerechnet die „Spaßgesellschaft“ von einst, der man politisches Desinteresse und gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit nachsagte, ausgerechnet diese Generation kämpft hartnäckig und selbstbewusst um das eigene, digitale Bürgerrecht. Kongresse, Camps, Kundgebungen, Mahnwachen – die Webgesellschaft ist so stürmisch und aktionistisch, wie sonst kaum eine Bevölkerungsgruppe.
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Gesagt, getan

Miriam Pfeiffer betreibt die Kinobar Prager Frühling mit sensibler Entschlossenheit

„Ich bin ja wirklich fleißig“, sagt die Kinochefin und verstaut noch ein paar Becks im Kühlschrank. Wir sprechen schon seit drei Minuten, aber das Bier soll noch ins Kühle. Sie wird noch darauf zurückkommen, wie befriedigend es ist, alles selbst machen zu können. Nicht zu müssen, sondern zu können. Wirtschaftliche Selbstständigkeit, fügt sie an, hat genau damit zu tun: Man kann bestimmen, ist die eigene Frau im Haus, muss aber, wenn es hart auf hart kommt, auch alles selbst machen. Die zwei Seiten gehören zusammen und machen – zusammen – den Spaß aus. Und irgendwann, wenn der Laden läuft, beginnt man loszulassen. Muss nicht jeden Film vorführen, nicht jede Karte selbst verkaufen, hat mehr Zeit fürs Programm. Weiterlesen

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Erloschen, verloren – und doch Musik

„Kaufmann & Co“ eröffnen die Reihe „Theater.Macht.Musik“ im Westflügel

„Ich ist ein anderer“. Der Dichter Rimbaud fasst in einem Satz, warum wir Kunst nötig haben. Alle Kunst lebt von diesem Riss, gutes Puppentheater aber zeigt die Werkzeuge, legt die Anatomie bloß. Spieler und Puppe auf einer Bühne, sichtbar, sich gegenseitig in Frage stellend. Wer führt, wer spricht, wer formt? Zwingt nicht die Puppe, einmal aus der Werkstatt entlassen, dem Spieler ihren Willen auf? Vorbei die Zeit, da der souveräne Patriarch die Puppen tanzen lässt. Vorbei auch die Zeit, da das offene Zwiegespräch nur mit dem Abbild des Menschen, der Puppe, geführt wird. Das andere Ich, dass die Hoheit der Spielerinnen in Frage stellt, kann auch das Porträt eines Geliebten sein. Ein Projektor brennt es ihnen auf die Haut. Alle Mittel sind hier recht. Längst ist dies kein Puppentheater mehr, sondern ein Theater der Phantasie.

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Utopie mit Schweißband

LIGNA arbeitet im LOFFT an Bewegungen für den neuen Menschen

Schlendern, aber ohne Blick für die Schaufenster. Tanzen, aber nicht zur infantilen Hintergrundmusik der Promenadendecks. Auf Ziele zeigen, aber nicht auf solche, die man mit Zügen erreichen kann. Ein Rudel junger Menschen trieb 2003 auf dem Bahnhof eine verstörende Gruppenchoreographie: „Übungen im nicht bestimmungsgemäßen Verweilen.“ Das hatte Esprit, und traf, wohin es treffen sollte: Auf das Publikum, die blinden Reisenden und prostituierten Käufer, Leute wie du und ich.

LIGNA, eine Hamburger Performer-Gruppe, teilten damals die kleinen Kommando-Radios aus. Im LOFFT beginnt nun alles ähnlich. Kopfhörer auf und Gott sagt dir, wo’s langgeht. Das ist vom Start weg nicht unsympathisch, hofft man doch, dass die Zufälligkeit, mit der die Passanten und Akteure sich auf dem Bahnhof gegenseitig ihre Lektion erteilten, sich im Theaterraum neu verdichtet. Und so darf man wiederum Stimmen folgen und tun, was verlangt wird. Weiterlesen

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Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle

Originaltonhörspiel zum 9. November 1989

Wartburg 353

Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle

Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle.
Hörspiel von Thilo Reffert. Mit Matthias Matschke und Juergen Schulz. Regie: Stefan Kanis. Dramaturgie: Thomas Fritz. Musik: cfm.
MDR 2009 (56’57 / Ursendung: 09.11.2009)
(Ausgezeichnet mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden 2010, dem Deutschen Hörspielpreis der ARD 2010 und dem ARD-Online-Award 2010 sowie als Hörspiel des Monats November 2009 der DAdDK)

„Ein stabiles und absolut wetterfestes Stahlschiebedach empfehlen wir solchen Kunden, die neben den Annehmlichkeiten, die ein Cabriolet bietet, die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle nicht missen möchten.“ Das Auto, das mit solchem Prospekt-Charme angepriesen wurde, brauchte eigentlich keine Reklame, denn es war in der geschlossenen Gesellschaft der Fahrgastzelle DDR ebenso hochbegehrt wie langerwartet: der „Wartburg 353″. Weiterlesen

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Lebenstraum mit Happy End

Ein Thüringer in New York

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Lebenstraum mit Happy End

Lebenstraum mit Happy End
Feature von Anja Riediger. Mit Britta Steffenhagen. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Kathrin Ähnlich. MDR 2009 (29’19 / Ursendung: 02.11.2009)

Jörg Krückel ist ein verdammt blöder Name für einen Musiker in New York. Kein Mensch kann das aussprechen. „What? Jor Grugel?“ Diese Umlaute! Und trotzdem hat er ihn wahr gemacht: seinen Traum vom Leben in New York. Amerikanischer kann man sich heute keinen Brooklyner Pianisten vorstellen: spitze Schuhe, ein großes Motorrad, ein dunkles Studio und eine laute Wohnung am Expressway nach Manhatten. Jörg Krückel – ein Musiker aus Erfurt. Als er nach dem Mauerfall mit nur einem Koffer auf die Reise nach New York ging, ahnten seine Eltern und Freunde nicht, was er schon fest im Blick hatte: „Ich komme nicht zurück!“ Zurück in die thüringische Provinz, wo er Klavierspielen gelernt und am Weimaer Konservatorium studiert hatte. Mit Tricks beschaffte er sich eine Greencard, spielte in Kneipen Klavier, arbeitete in einem Piano-Laden und wartete auf das Wunder, in New York ein berühmter Musiker zu werden.
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Der edle Räuber von Falkenstein

Zum 120. Geburtstag von Max Hoelz am 14. Oktober 2009

Der edle Räuber von Falkenstein. Feature von Rolf Schneider. Mit Uta Hallant, Dieter Bellmann und Sven Lehmann. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Katrin Wenzel. MDR 2009 (56’03 / Ursendung: 15.10.2009)

Als junger Mann ist er ein Anhänger protestantischer Keuschheitsübungen, später wird er KPD-Mitglied und zum Darling der linksliberalen Bourgeoisie: Max Hoelz. 1889 wurde er in Moritz bei Riesa geboren. Aus einfachen ländlichen Verhältnissen stammend, kam er 1905 als Gelegenheitsarbeiter nach London und schloss sich nach seiner Rückkehr 1909 dem CVJM und dem Sittlichkeitsbund „Weißes Kreuz“ an. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil, 1918 gründete er im vogtländischen Falkenstein einen Arbeiter- und Soldatenrat und einen Ortsverein der KPD. Während des Generalstreiks gegen den Kapp-Putsch 1920 stellte er eine „Rote Armee“ zusammen. 1921 organisierte er kommunistische Aufstände im Vogtland, wo er eine Räterepublik ausrief. Hoelz wurde verhaftet, des Hochverrats angeklagt und wegen nicht bewiesenen Mordes zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Bis 1928 war er in Isolationshaft, wurde dann auf Grund von Massenprotesten amnestiert und emigrierte 1929 in die Sowjetunion, wo er Funktionen in der Komintern übernahm. Im September 1933 ertrank er unter ungeklärten Umständen in der Nähe von Gorki.
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Bermudadreieck des Humors

Ein Rede. Gehalten zur Ausstellungseröffnung THEATERPLAKATE von Thomas M. Müller in der »moritzbastei« Leipzig am 01.Juli 2009

1. Banner des Augenblicks

Es käme nicht unbedingt aufs Gewinnen an, aber eine genauere Prüfung wäre es wert: Es ist gut möglich, dass kein Grafiker für ein und dieselbe Bühne Leipzigs, die Städtischen eingeschlossen, mehr Plakate gezeichnet hat, als Thomas Müller für die INSELbühne. (Es dürften knapp 40 sein). In einem Programmheft der INSELbühne, natürlich gestaltet von Thomas Müller, räsonierte vor einigen Jahren ein Denker über die unsinnliche (und unsinnige) Bevorzugung, die die Tiefe vor die Oberfläche stellt. Das sei wenig nachvollziehbar, schließlich erlebten wir täglich die Oberfläche der Dinge; oberflächlich solle man doch bitte auch begreifen: als von erheblicher Ausdehnung und nicht etwa als von geringer Tiefe. Weiterlesen

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Das weiße Gold

Ein Salzkaleidoskop

Das weiße Gold

Das weiße Gold
Feature von Michael Schulte. Mit Chris Pichler und Martin Seifert. Regie: Stefan Kanis. MDR 2009 (25’37 / Ursendung: 17.06.2009)

Wegen Salz wurden Kriege geführt, Salz hat Staatskrisen ausgelöst, war bestimmend für den Lauf der Geschichte ganzer Kontinente. Schon die Höhlenmenschen haben es zum Würzen ihrer Mammutschnitzel benutzt, in der Bibel spielt es eine bedeutende Rolle – man denke nur an die arme Frau Lot -, die Besiedlung Europas und Nordamerikas richtete sich fast ausschließlich nach der Nähe von Salinen. Ohne das Konservierungsmittel Salz wäre Rom nie Weltmacht geworden, hätte Lincoln den Bürgerkrieg nicht gewonnen. Und mit seinem berühmten Salzmarsch hat Gandhi Indien in die Unabhängigkeit geführt. Da spielte vor allem die Salzsteuer der Engländer eine Rolle.Diese Steuer hat auch in Deutschland für viel Ärger gesorgt, zum Beispiel in Halle. Und nicht nur dort. Es schlug die Stunde der Salzschmuggler, die ihr Treiben nicht selten mit hohen Gefängnisstrafen oder dem Tod bezahlen mussten. Salz findet auch außerhalb der Küche segensreiche Verwendung. Es hilft gegen Warzen, Halsschmerzen und Hühneraugen, man kann mit ihm Bambusmöbel reinigen und es als Badezusatz verwenden. Im Mittelalter diente es als Zahlungsmittel und als Vorläufer der beliebten Viagra-Pille. Auch für Mordanschläge ließ Salz sich trefflich verwenden. Warum? Das kann man in diesem überraschenden und amüsanten Salzfeature bei MDR FIGARO erfahren.

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Das Mittagsmahl

Hörspiel nach dem Gleichnamigen Text von Volker Braun

Das Mittagsmahl

Das Mittagsmahl von Volker Braun. Mit Sylvester Groth, Anja Schneider, Catherine Stoyan, Matthias Brandt, Marlies Reusche und Christian Clauß. Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis. Musik: Peter A. Bauer. Dramaturgie: Thomas Fritz. Ton: André Lüer. Schnitt: Christian Grund. MDR 2009. (auch in 5.1-Mehrkanalton / 45’53 / Erstsendung: 27.04.2009)

Die Mutter stirbt – und mit der Mutter auch ein Stück Erinnerung. Erinnerung an den eigenen Vater, Mutters Mann, der sinnlos und unnütz, durch eigene Schuld fast, so spät, in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 gefallen war. Volker Braun erinnert sich und schreibt gegen das Sterben der beiden an. Führt die beiden zurück in ihr gemeinsames Leben, halb wie sie gewesen sein mögen, halb wie er sie sah. Die Eltern, die sie nur kurz für ihn sein konnten, regen sich in der Vergangenheit, melden ihren Anspruch an. Er sieht sie, wie sie sich bei der Hand nehmen und sich noch einmal auf den Weg machen. Die geborgte Hochzeit, der Weg über die Felder im Süden von Dresden, von Possendorf nach Rippien, das junge Paar, ohne Mittel. Ein paar Jahre Prosperität, eine Ehekrise und schon der Krieg. Der offenen Sprache des Seins, die mehr als nur einer Erinnerung Raum lässt, geht das Hörspiel nach. Auch die Erinnerung an das angeblich Unumstößliche wechselt mit den Jahren und Jahrzehnten die Kontur. Das immer Gewusste wird ein anderes. In das wirklich Gewesene tritt das Nachdenken. Stimmen kommen hinzu, prüfen das Geschriebene und legen es für sich aus. Denn so geschah es vielen. Niemals gleich – und doch schreibt sich die Geschichte dieser Jahre für mehr als nur einen Sohn und ein Elternpaar.

 

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Die Stadt der Weihnachtskrippen

Neapel im Advent

Neapel im Advent

Die Stadt der Weihnachtskrippen

Die Stadt der Weihnachtskrippen. Feature von Margherita Arzillo. Mit Imogen Kogge, Nikolaus Haenel und Frank Arnold. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Kathrin Ähnlich. Ton: André Lüer. Schnitt: Holger Kliemchen und Christian Grund. (auch in 5.1-Mehrkanalton / 79’15 / Ursendung: 26.12.2010)

Neapel ist die Stadt der Weihnachtskrippen. In der Via San Gregorio Armeno, der Straße der Krippenbauer, drängen sich nicht nur tausende Touristen. Jedes Jahr hält eine neue Figur in die neapolitanische Weihnachtskrippe Einzug, so dass die Heilige Familie mittlerweile von Personen des täglichen Lebens umgeben ist, von Pizzabäckern, Kartenspielern und Obsthändlern. Die Krippenfiguren sind der „Familienschatz“ und werden von Generation zu Generation weitergegeben. In Neapel wird Weihnachten zelebriert. Neben der Tradition der Weihnachtskrippe, gibt es ein vorgeschriebenes Weihnachtsmenü und die Tombola napolitana, ein Weihnachtsbingo für Geschichtenerzähler. Dudelsackspieler ziehen von Haus zu Haus und spielen den neapolitanischen Weihnachtshit „Tu scendi dalle stelle“. Das Feature lässt uns teilhaben an der Geschichte und den Geschichten der neapolitanischen Weihnachtsbräuche. Eine akustische Reise in eine nahe und doch fremde Welt voller Herz und Humor.

 

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