Erster Angriff

Dürfen wir vorstellen: Die Ritters aus Lörben-West

Ausschnitt aus »Erster Angriff«

Visual ERSTER ANGRIFF (Motiv: ARD/Jürgen Frey)Erster Angriff. ARD RadioTatort von Dirk Laucke
Mit: Maike Knirsch, Johannes Kienast, Katja Bürkle, Thomas Arnold, Peter W. Bachmann, Matthias Reichwald, Charlotte Müller, Till Schmidt, Henning Peker, Anna Sophie Schindler, Elmer Emig, u.a. Dramaturgie: Nicole Standtke. Ton: André Lüer. Schnitt: Christian Grund. Regie: Stefan Kanis (Ursendung: ARD ab 09.12.2021)

Eigentlich ist Nancy Ritter noch gar keine richtige Polizistin und schon wird das gesamte Berufsbild in Frage gestellt. Während des berufspraktischen Teils ihrer Ausbildung muss sie den „ersten Angriff“ an einem Tatort übernehmen. Der hat es in sich: Ausgerechnet eine angeschossene Polizistin birgt die junge Polizeimeisteranwärterin aus einem Auto. Nun ist so ein Fall nix für eine Anfängerin, der vor allem die neuerlernten Dienstvorschriften durch den Kopf geistern, sondern für die coolen Profis. Hecker und Kraus, das Dreamteam von der Kripo verhört mit Carla Löscher auch rasch eine Linke aus dem Umfeld der Autonomen Szene, welche Grund genug für einen versuchten Mord haben könnte. Immerhin wurde Löscher jahrelang von der angeschossenen Polizistin bespitzelt, als die noch als Verdeckte Ermittlerin tätig war. Doch Nancy Ritter aus dem Plattenbaugebiet Lörben-West hat ihre eigenen Quellen. Ihr vorbestrafter Bruder Tommi führt sie in einen Filz aus rechts-extremen Schlägertypen und Beamten und gerät dabei selbst ins Visier der Ermittler. Autor Dirk Laucke verortet in seinem ersten ARD Radio Tatort die fiktive Kreisstadt Lörben zwischen Mansfelder Land und Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Das Plattenbaugebiet Lörben-West ist eine jener vielen „Randzonen“, für die die neoliberale Gesellschaft nicht nur im Osten wenig Verwendung hat.

Dirk Laucke, 1982 in Schkeuditz geboren, aufgewachsen in Halle (Saale). Neben zahlreichen Theaterstücken, dem Drehbuch für den in Halle spielenden Film „Zeit der Fische“ (2007) und seinem Roman „Mit sozialistischem Grusz“ (2015) schrieb er die Hörspiele: „Alter Ford Escort dunkelblau“ (MDR 2008), „Start- und Landebahn“ (MDR 2011), „Angst und Abscheu in der BRD“ (WDR 2011), „Jimi Bowatski hat kein Schamgefühl“ (WDR 2013), „Karnickel“ (SWR 2016) und übernahm auch selbst die Regie bei: „Als wir Krieg spielten“ (WDR 2014), „Der Eismann“ (WDR 2015), „Ein paar Dinge, die ich loswerden wollte“ (SWR 2017).

 

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