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Mythos für Arme

:DIE TROERINNEN DES EURIPIDES im Schauspiel Leipzig:
Auf der Bühne die stählerne Silhouette eines Schiffes, davor das besiegte Troja. Der Krieg ist vorüber, aber des Odysseus’ Irrfahrt hat noch nicht begonnen, ebensowenig wie das Schlachten in Agamemnons Burg. Eine Leerstelle.
Die Troerinnen, die Frauen der Besiegten, sollen von den Siegern, den Griechen, in Besitz genommen und verschleppt werden. Hektors Sohn, ein Säugling, wird getötet. Eine Atempause zwischen den großen Epen des Mythos, ein Stillstand, eine Möglichkeit des Eingedenkens, der Wahl. Ein Stück ohne Handlung? – Sartres Protest wäre sicher. Für ihn handelt der Mensch nicht wo er seinem Charakter oder den Zwängen der Verhältnisse folgt. Er handelt, wo er sich exemplarisch neu entwirft. Wählen zwischen Tod und Existenz. Die Troerinnen. Weiterlesen

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