Archiv des Autors: Stefan Kanis

Im Inneren des Landes

:Im Inneren des Landes:
Hörspiel nach dem Roman von Dirk Brauns. Funkbearbeitung: Stefan Kanis. Mit Axel Wandtke, Petra Hartung, Martin Brambach, Steffi Kühnert, Klaus Manchen, Karina Plachetka, Christian Gutowski und Alexander Brabandt. Dramaturgie: Steffen Moratz. Ton: André Lüer. Regie: Stefan Kanis. MDR 2013 (59’03 | Ursendung: 06.10.2013) Weiterlesen

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Das bin doch nicht, oder? – Henry Büttner

“Das bin doch nicht, oder? – Henry Büttner” | Feature von Günter Kotte | Regie: Stefan Kanis :
Es gibt wohl kaum einen DDR-Bürger, den Henry Büttner mit seinen Zeichnungen nicht durchs Leben begleitet hätte. Büttner, der Philosoph unter den Karikaturisten, war Kult und wurde jede Woche von den Lesern des ostdeutschen Satiremagazins „Eulenspiegel“ herbeigesehnt.
Als Meister des kargen Strichs und des melancholischen Humors schuf er seine Strichfiguren mit den unbewegten Gesichtern, die er im Vorführen des absurden Alltags als große Komiker inszenierte. Weiterlesen

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A banda

unvermutet: Aktivisten in der Berg- und Sprengstadt Freiberg / Erzg.

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Ohne ihn wären die Mächtigen oftmals sprachlos gewesen

: “Ohne ihn wären die Mächtigen oftmals sprachlos gewesen” | Feature von Günter Kotte | Regie: Stefan Kanis
Voraussetzung für seinen Beruf: unbegrenzte Neugier und Zurückhaltung, sagt Wolfgang Ghantus. Seit über sechzig Jahren übersetzt er bei Gesprächen und Verhandlungen zwischen Politikern. Er arbeitete für Ulbricht, Honecker, den DDR- Ministerrat und traf bei den Auslandsreisen Indira Gandhi, Salvador Allende, Che Guevara. Anfang der neunziger Jahre begleitete er Angela Merkel und Lothar de Maizière. Weiterlesen

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Nachrufe

: Schrott, Chinesen, Ferne Zeiten:
Nachrufe. Hörspiel von Günter Kunert. Mit: Devid Striesow, Dieter Mann, Bettina Kurth, Hille Darjes, Heidi Ecks, Jörg Schüttauf, u.a. Komposition: Michael M. Hinze. Dramaturgie: Thomas Fritz. Schnitt: Hans-Peter Ruhnert. Ton: Holger König. Regie: Stefan Kanis. MDR 2012 (55’43 | Ursendung: 26.12.2012) Weiterlesen

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Deutscher Sozialpreis / Juliane-Bartel-Medienpreis 2012

“Hoheneck” – Feature zweifach ausgezeichnet:
Das Feature „Frauenzuchthaus Hoheneck – Demütigung, Willkür, Verrat“ von Gabriele Stötzer (Ursendung am 28.09. 2011 bei MDR FIGARO) zählt laut Jury des Deutschen Sozialpreises „zu den herausragenden journalistischen Arbeiten, die sich durch Brisanz der Themen sowie besondere Eindringlichkeit der Erzählung und Bildsprache auszeichnen“. Die Jury des Juliane-Bartel-Medienpreises hebt die erschütternde Billanz der Haftbedingungen auf Hoheneck hervor, lobt das Niveau der Produktion, die einfühlsame Regiearbeit und sprachliche Dichte des Features.
Redaktion: Kathrin Aehnlich
Regie: Stefan Kanis Weiterlesen

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Mal sehen, was noch kommt

: Go Plastic – Moderne „Alice“ im blassen Spiegel :
Alice hat es gut. Jeder Schritt, den sie tut, führt sie voran. Die bekannteste Kinderbuchfigur der angelsächsischen Welt kennt keinen Schrecken, obwohl sie doch dauernd ihr Leben riskiert. Sie dehnt sich aus, füllt im Handumdrehen ganze Häuser, ihr Kopf schießt an ein einem ewig langen Hals empor und die Herzkönigin will sie köpfen. Doch für Alice geht es immer weiter. Am Ende, wenn es brenzlig wird und ihr die Spielkarten um die Ohren fliegen, wacht sie einfach auf. Der Traum ist aus und die ältere Schwester gibt ihr einen Kuss. Dem Mutigen gehört die Welt. Und sei es nur im Schlaf.

Die Zahl der Anhänger des taffen Mädchens ist Legion; Wikipedia verzeichnet quer durch alle Kunstgattungen dutzende Bearbeitungen, Adaptionen und Übermalungen. Die Dresdner Compagnie „Go Plastic“ fügte dem Alice-Rhizom am Donnerstagabend im LOFFT nun eine weitere Luftwurzel in 12 Teilen hinzu: „Mit Alice in den Städten“. Weiterlesen

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Brecht im Cola-Rausch

:Selbstbewusster Kindermund: „Das Badener Lehrstück vom Einverständnis“ im LOFFT:
Der Abend des letzten Ferien-Samstags. Und auf der Bühne Kinder, die freiwillig ein Lehrstück einüben! Verkehrte Welt, sagt sich Lehrer Lämpel. Um es vorwegzunehmen: Dieser Kalauer tritt der Bühnenhandlung nicht zu nahe.

Eine knappe Werkeinordnung: Mit Brechts frühen Stücken meldet sich ein Vokabular zu Wort, das man vergessen glaubte: Nützlichkeit, Einverständnis, Modellcharakter, Lernen und Lehren, Erkenntnis ­– ein Vokabular, das wie von einem anderen Kontinent herüberstrahlt und abprallt an den aktuellen Spielplänen der scheinaktivistisch agierenden Subventionsbühnen! Es besteht also Einverständnis-Bedarf, ohne Frage. Weiterlesen

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Maske und Geist

:Die Kunst des Maskenbildens:
Maske und Geist. Feature von Ina Lyn Reif. Mit Britta Steffenhagen. Regie: Stefan Kanis
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Das Finkenmanöver

:Ein traditionelles Volksfest im Harz:
”Das Finkenmanöver” ist eines der ältesten Volks- und Kulturfeste im Harz; 1868 stiegen die Streithähne erstmals in den Ring. Tausende Schaulustige kommen Jahr um Jahr am Pfingstmontag nach Benneckenstein, um diesen Wettbewerb mitzuerleben. Eine Jury urteilt über die Schönheit und die Dauer des Gesangs der Finken und wählt einen Sieger aus. “Schönheitssingen”, “Distanzsingen”, “Kreissingen” heißen die Diziplinen.
“Was dem Jäger das Wild/ Was dem Maler das Bild/ Was dem Reichen des Goldes Klang/ Sind mir der Fink und sein Gesang!”
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Bin das wirklich ich?

(…) „Überall zu Hause und überall fremd, zu Hause und fremd in der gleichen Sekunde“, sei sie gewesen, so die Erzählerin über Christa T. Im LOFFT ist Sofia Flesch Baldin diese Erzählerin. Vor sich die Seiten des Manuskripts, geht sie in intensiver und doch zügiger Sprache durch den Text. Sie hört Wendepunkten nach, setzt Pausen, richtet den Blick auf einen Punkt vor ihrem Pult; so als tauche sie ein in diesen ‚Möglichkeitsraum’, als gälte es, das Bild dieser Christa T. immer neu zu fixieren. Alle Wegmarken der Heldin werden von der Strichfassung bedient: manches, wie die Affäre der bereits verheirateten Frau, wird vorsichtig betont. Der im Ganzen angenehm zurückhaltenden Spielhaltung fehlt nur vor diesen Druckpunkten ein wenig die differenzierend gestaltende Kraft. (…)
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Schrecken ohne Kontur

(…) Wenn schließlich Megaphon und Gasmasken zum Einsatz kommen, scheint – zumindest für die westeuropäische Erzähltradition – die Grenze dessen erreicht, was Requisiten zu Kunst und Spiel beitragen können: Das Leid hat im Theater dann doch einen individuelleren Zugriff auf seinen Darsteller nötig. Ansätze eines physisch übermittelten Schreckens zeigen sich vor allem in einer Figur: Zweimal greifen Tänzer nach dem kahlgeschorenen Kopf der Spielmeisterin (auratisch-eindringlich: Miryam Garcia Mariblanca) und dirigieren sie über die Bühne. Die Energie kehrt sich plötzlich um und die Welt steht Kopf. Denkbar, dass dies alles, das ganze Aggressionstheater, nur in ihrem Schädel stattfindet. Und wenn es so wäre: zu wenig bleibt es in jedem Fall. (…) Weiterlesen

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Foto: Billhardt

“Foto: Billhardt”. Feature von Steffen Lüddemann. Regie: S. Kanis
Das berühmteste Foto Thomas Billhardts entstand 1967 in Nordvietnam. Es zeigt einen großgewachsenen amerikanischen Piloten, der von einer zierlichen Vietnamesin mit aufgepflanztem Bajonett in die Gefangenschaft abgeführt wird. Das Foto wurde hundertfach abgedruckt, im Westen wie im Osten und steht bis zum heutigen Tag als Synonym für den Krieg, den die USA in Vietnam führten. Weiterlesen

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Leben um jeden Preis

:Die Cammerspiele überraschen mit Ferdinand-Bruckner-Remake:
Freitagabend: Während noch das Publikum Platz nimmt, malt der böse Freder seiner Zukünftigen, der Marie, eine Wunde aus Theaterblut auf den Rücken. Liebevoll macht er das, fast zärtlich. Es wird bei dieser Freundlichkeit nicht bleiben, soviel steht fest. Was in hohen Einweckgläsern auf der Kommode an rotem Saft bereitsteht, wird seine Verwendung finden. Weiterlesen

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Besuch in Mechtshausen

:Wilhelm Busch auf der epischen Bühne des Alters:
Besuch in Mechtshausen. Hörspiel von Rolf Schneider.
Mit: Ernst Jacobi, Maren Eggert, Hille Darjes und Maximilian Brauer.
Dramaturgie: Thomas Fritz. Musik: Michael M. Hinze. Schnitt: Christian Grund. Ton: André Lüer.
Hörspieleinrichtung und Regie: Stefan Kanis (Erstsendung: MDR FIGARO 15.04.2011 | 53’06) Weiterlesen

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Humor von unten

:Theater Handgemenge überzeugt mit unsichtbaren Höllenhund:
Am Ende bekommen sie alle ein Küsschen. Die Königin, Prinzessin Annegret, Hans und des Teufels Großmutter. Das ganze liederliche Personal aus dem „Teufel mit den drei goldenen Haaren“, ins Leben gesetzt von Friederike Krahl und Pierre Schäfer, die nun, simpel zu zweit, vor ihre Puppenstube treten. Das Publikum mag es im begeisterten Beifall noch nicht recht glauben. Sie strahlt erfreut übers ganze Gesicht, er steht – Typ großer Junge – mit verlegenem Schalk daneben. Und dann bekommt sie von ihm ein Küsschen auf die Wange. Da schlägt Herzlichkeit wie eine Flamme aus dem Zauberkasten und schreibt die Derbheit, die Sprödigkeiten und die trockenen Witze der vergangen Theaterstunde um in so etwas wie Menschenliebe. Weiterlesen

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“Austerlitz”- Hörbuch | Presse

(…) Räume entstehen, in denen man atmen und sich umschauen kann, in denen einem auch einmal der Atem stockt. Stefan Kanis, der mit der Verwandlung dieses formgewandten Romans durchaus ein Wagnis eingeht, ist sich der Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig Effekt bewusst. Und so entsteht schon bald ein Sog, drängender womöglich als beim Lesen des Romans, der sich aus wichtigen Gründen gegen zu große Bequemlichkeit sperrt.
(Anja Hirsch, FAZ vom 10.03.12)

… & weitere Pressestimmen… Weiterlesen

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Spiel im freien Raum

:Tanzproduktion der „Villa“ zeigt im LOFFT kraftvolles mixedabled-Ensemble:
Wenn man große Worte über den vergangenen Sonnabendabend machen wollte, könnte man sagen: Eine der Utopien unserer geteilten Welt ist für eine Theaterstunde eingelöst worden. Die Utopie, dass Behinderte und Normale zusammengehören. So weit zusammengehören, dass selbst ultimative Reflexe zum Schweigen gebracht werden. Reflexe der Kategorie: Äh, war das jetzt politisch korrekt? Darf man „normal“ sagen in einem Satz mit „behindert“? Oder verhalte ich mit damit normativ? Bin ich die Norm, weil ich zur Mehrheit gehöre? Und was derlei Probleme mehr sind. Weiterlesen

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Helfen bis zum Umfallen

„Kaspar Häuser Meer“ – ein Sittenbild der Sozialarbeit zu Gast im LOFFT Man wünscht den drei Frauen auf der Bühne, sie könnten Fische sein. Stumme Fische. Doch Gott meint es nicht gut mit ihnen. Er hat sie Sozialarbeiterinnen werden lassen. … Weiterlesen

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Puzzles aus Biographien

„Friendly fire“ zeigen eine Doppelpremiere im Tapetenwerk / Lofft Der junge Mann am Einlass begrüßt das Publikum zur Uraufführung. Ein netter Versprecher. Denn kein Heiner-Müller-Text ist häufiger choreographiert, zelebriert, performt oder auch nur schlicht gesprochen worden als „Bildbeschreibung“. Zu Recht. … Weiterlesen

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Austerlitz

:Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von W. G. Sebald:
“Austerlitz” von W. G. Sebald. Mit: Ernst Jacobi, Rosemarie Fendel, Ulrich Matthes, Jonathan Bordag. Dramaturgie: Thomas Fritz. Musik: Cornelia Friederike Müller (aka cfm). Schnitt: Holger Kliemchen. Ton: Holger König.
Hörspielbearbeitung und Regie: Stefan Kanis (Erstsendung: 12.12.2011 | 82’25) Weiterlesen

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Arche Leutenthal

:Der Sammler und Naturfreund Oswald Malarski:
Arche Leutenthal. Feature von Stefan Kanis. Mit: Frauke Poolman und Matthias Matschke.
Oswald Malarski hat schon immer gesammelt. Schmetterlinge und Pflanzen, Belebtes und Unbelebtes, Natürliches und Ziseliertes. Die Sammlung vergrößert sich nahezu täglich. Aus der verfallenen Kirchenscheune wird ein Balken ausgemustert, in dem zufällig eine alte Bleikugel steckt, vermutlich napoleonisch. Nebst feinbeschriftetem Begleitzettel liegt sie nun neben einem Rasierklingenschärfer von 1910. „Ist das nicht verrückt“, sagt Herr Malarski. Oskar Malarski bewertet seine Fundstücke nicht, er sammelt sie einfach. Seine Scheune ist eine Arche, in der alle Dinge gleichberechtigt ihren Platz finden dürfen. Was wird in der Arche Leutenthal unsere Zeit überdauern? Was wird wichtig sein in 100 oder 1000 Jahren?
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Hinter den Ohren schreiben

:Notiz zu “Nackter Wahnsinn – Was ihr wollt” am Centraltheater Leipzig:
Dieser Abend gewinnt seine Kraft (wieder einmal) aus dem existentiellen Einsatz zweier Schauspieler – Maximilian Brauer und Cordelia Wege. Es braucht bis dahin drei Stunden, die es nicht braucht – und doch wieder braucht. Wenn Brauer sich im Schweiße seines nackten Antlitzes/Körpers mit dem Regisseur dieses Theaters auf dem Theater (Manuel Harder), der hier nun endlich Gott sein darf, einen letzten Kampf liefert, dann ist dies wahrlich ein phänomenaler Disput über die Zurechnungsfähigkeit der Kunst & der in ihr Lebenden. Weiterlesen

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Guter Mensch im schweren Wasser

:Notiz zu „Der gute Mensch von Sezuan“ am Centraltheater Leipzig:
Kathrin Angerers Shen Te hält, was man sich erhofft. Sie steuert die Exaltation des Gutmenschentums zwischen Auflösung und Karikatur der Figur in unmerklicher Mitte. Der Vetter Shui Ta: Was das Kostümbild hier vermag. Ein Dreikäsehoch, der sich an einer Chaplinade versucht. Dieser Shui Ta ist noch zerbrechlicher, als seine von den Wassern der Seele bewegte Schwester. Um so mehr überträgt sich die Verzweiflung ins Parkett, wenn Angerer darum kämpft, sich aus dieser schmalhüftigen Figur in Kraft zu setzen. Weiterlesen

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Frauenzuchthaus Hoheneck

:Demütigung, Willkür, Verrat:
Frauenzuchthaus Hoheneck. Feature von Gabriele Stötzer. Im Originalton: Inge Naumann, Sylvia Heinrich, Anita Goßler, Rüdiger Sachs und Andreas Stötzer.
Mit Bärbel Röhl und Marina Frenk. Redaktion: Kathrin Aehnlich. Ton: André Lüer. Regie: Stefan Kanis. MDR 2011 (59’15 / Ursendung: 28.09.2011) Weiterlesen

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Ritterspiel vor Drohkulisse

“Merlin oder Das wüste Land” von Tankred Dorst („Schaustelle Halle“ und „Ebeling & Koll.“):
Wir siegen, flüstert König Artus. Ein letztes Mal hat ihm sein Zauberer Merlin die Zukunft offenbart. Ja, wir werden siegen. Und wieder merkt Artus nicht, dass diese Wahrheit keine Zukunft hat. Gestern nicht und heute. Ein letzter Ton auf der E-Gitarre und das Licht verlischt. Nur hoch oben am Ruhmeskranz des Völkerschlachtdenkmals strahlen vier böse Ritter eisig über Leipzig und die kleinen Fahrensleute. Die steinernen Recken werden niemals etwas lernen. Mindestens dies schafft das Spiel der Komödianten: Die pompöse Kulisse enttarnt sich wie nebenbei als groteske Schauerlichkeit des Militarismus. Weiterlesen

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Buffos des Blutes

:Notiz zu “The Wolf Boys” – Norton.Commander.Productions:
Auch das Grauen realisiert sich in geordneten Verhältnissen. Hinten in der Mitte steht das Blutgerüst, vorn markieren zwei Musiker in schöner Symmetrie das Portal der Schlachtplatzes. Die Performer Wulferts & Wagner gehen als Boten aus dem Reich des Blutrauschs der Zentralperspektive ins Netz. Eben noch arrangieren sie sich zu Gottfried Benns „Schöner Jugend“ – die Geschichte mit dem Mädchen im Schilf und den Ratten im Bauch – auf dem Gerüst, dann heißt es wieder Absteigen und an der Rampe zwischen den Tonabnehmern eine nächste „Aktion“ martialisch zu markieren. Mit Eigenblutdoping und einer sexualisierten Organ-Spenden-Orgel finden sich bildnerisch eindrucksvolle Operationen; das meiste jedoch bleibt an der energetisch-optischen Mittellinie hängen und füllt fast betulich das schwarze Poesiealbum des Abends. Weiterlesen

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Ich war ein Kind von Tschernobyl

:Erinnerung an eine Katastrophe:
Ich war ein Kind von Tschernobyl. Feature von Olga Kapustina. Mit Marina Frenk. Regie: Stefan Kanis. Redaktion Kathrin Ähnlich. Schnitt: Hans-Peter Ruhnert. Ton: Andre Lüer. MDR 2011 (29’38 / Ursendung: 23.04.2011) Weiterlesen

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Gott wohnt im Café Westen

:Solveig van der Hoffmann lädt in die Werkstatt für Grundsatzfragen. Ein Ortstermin:
Wenn es Fragen gibt, sagt Solveig, bin ich für euch da. Sie steht im Foyer des LOFFT und zeigt auf ihre weiße Mütze. Daran erkennen wir sie im Getümmel. Auch wenn Sie nicht „Getümmel“ sagt, schwant einem doch, es könnte dicke kommen. Ich nicke, alle anderen auch. Schließlich stehen die Uhren auf Performance, und an uns soll es nicht liegen. Doch Grundsätzliches verträgt nur sechs Augen. Das Getümmel, der Wodka und die großen Fragen müssen warten. Der Haufen wird aufgeteilt. In neun Grüppchen zu je drei Menschen. Solveig macht ein bisschen Hokuspokus um die Lieblingsfarbe, ich wähle einen blauen Laufplan. Und schon gehöre ich zu Esther und Friederike. Und was machst du so? Die jüngere mit der schicken Brille macht was fürs Radio und Esther hat ihre Freundinnen irgendwo zwischen pink und lila eingebüsst. Ich gebe mir Mühe, ihnen nicht auf die Nerven zu gehen. Wie guten Freunde eben. Weiterlesen

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Zucker

:Zucker – Das süße Gift:
Feature von Michael Schulte. Mit Chris Pichler und Torsten Ranft. Regie: Stefan Kanis. Redaktion: Ulf Köhler. MDR 2010 (Ursendung: 11.12.2010)
(Audio im Artikel) Weiterlesen

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